Schade, DFB

Schade, DFB

Vier Tage sind seit des islamistischen Attentats eines somalischen Asylbewerbers in Würzburg vergangen. Drei Frauen verloren ihr Leben, als der 24-Jährige Abdirahman J. „seinen Beitrag zum Dschihad“ leistete, wie er später gegenüber der Polizei verlautbarte. Es war ein Femizid. Außer den drei getöteten Frauen Christiane H. (49), Johanna H. (82) und und Steffi W. (24), verletzte er weitere sechs Frauen zum Teil schwer. Dabei stach er seinen Opfern bewusst in den Hals- und Kopfbereich.

Bei der Tagesschau gibt man sich derweil immer noch ahnungslos bezüglich. des Motivs des Angreifers, in dessen Unterkunft in einem Obdachlosenheim man Material des IS fand. Feministische Stimmen, die den kulturell anerzogenen Frauenhass von Zuwanderern wie Abdirahman J. anprangern, sucht man weitestgehend vergebens in einem Land, in dem sich sonst schon darüber empört wird, wenn „toxische Männer“ nicht korrekt gendern. Lediglich in Alice Schwarzers EMMA kommt das Thema zur Sprache, aber die gilt ja deshalb auch schon länger als „Nazi“.

Beim DFB ist Würzburg ohnehin kein Thema. Längst hat man sich für das Spiel gegen England auf das Thema „Antirassismus“ eingeschworen, das der deutschen Öffentlichkeit ohnehin mehr am Herzen liegt als jedes Opfer der „bunten, toleranten Gesellschaft“, die genau aus jenem antirassistischen Anspruch erwachsen ist und unter keinen Umständen infrage gestellt werden darf. Passender für die Deutschen als der Kniefall für Black Lives Matter wäre nur noch gewesen, wenn man sich direkt flach auf den Boden gelegt und im Staub gewälzt hätte, damit die internationale Gemeinschaft sieht, dass wir keine Nazis mehr sind und uns alle endlich die Liebe geben, nach der wir Deutschen uns so sehr sehnen.

Insofern ist die DFB-Elf nichts anderes als ein Abbild einer Gesellschaft, die neurotisch jedem politischen Trend hinterherrennt, der die Möglichkeit bietet, sich selbst auf der „guten“ Seite zu positionieren – und das gerne bis zur völligen Selbstaufgabe und -verleugnung. Wenn die einzige Möglichkeit, sich antirassistisch zu zeigen, darin bestünde, sich in Luft aufzulösen: Wir Deutschen würden es tun. Dagegen ist der Kniefall für eine linksradikale Bewegung, die eigentlich alles andere als antirassistisch ist, eine Kleinigkeit.

Folgerichtig wird auch dann kein Zeichen gegen Islamismus gesetzt, wenn dieser gerade einmal wieder drei deutschen Bürgern das Leben gekostet hat. Dabei ist die Geschichte von Würzburg auch eine Geschichte über Heldentum. Über eine Frau, die sich schützend über ihre 11-Jährige Tochter warf und eine Rentnerin, die ihren Tod ebenfalls in Kauf nahm, um den Attentäter von diesem Kind abzulenken, als seine Mutter schon tot war. Und über Männer, die den Angreifer anschließend auf der Straße mit Stühlen, Einkaufstaschen, Ästen und sogar Besenstilen in Schach hielten und damit vermutlich noch Schlimmeres verhinderten. Nicht wenige von ihnen hatten selbst Migrationshintergrund. Was wäre in diesen Tagen ein größeres Zeichen gegen Hass und für die Liebe und den Zusammenhalt gewesen, als diese Menschen zu ehren?

Kaum eine Ideologie im 21. Jahrhundert weist mehr rassistische und faschistoide Züge auf als der Islamismus, der in Gläubige und Ungläubige unterteilt. Abdirahman J. hat gezielt Frauen getötet weil sie für ihn Menschen zweiter Klasse waren. Was wäre ein stärkeres Zeichen gegen Rassismus gewesen, was hätte den Gedanken von Zivilcourage, Haltung und Einsatz füreinander mehr widergespiegelt, als eine Verneigung vor den Opfern und den Helfern in Würzburg?

Wir reden immer so viel über Zusammenhalt in Deutschland, aber was uns wirklich zusammenhält, das wollen weder Presse, noch Politik, noch der Fußball sehen. Wie bei so vielen Themen hat man sich auch hier völlig von der Bevölkerung entfernt. Denn wenn man sich die Kommentarspalten zur DFB-Meldung heute ansieht, dann wird klar, dass sich ein großer Teil der Deutschen ein Zeichen für die Opfer von Würzburg gewünscht hätten. Ein Zeichen, dass deutsche Opfer eines Islamisten nicht weniger wert sind als Opfer von weißem Rassismus wie George Floyd in den weit entfernten USA. Dass es auch hier unter uns Zusammenhalt und Solidarität gibt.

Aber das ist in einem Land, das seine eigene Identität überwiegend über den Selbsthass definiert, wohl nicht gewünscht. Schade.

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1Comment
  • D. Es.
    Posted at 20:19h, 29 Juni Antworten

    Sehr guter Beitrag. Respekt.
    Es läuft hier alles den progressives in den USA hinterher. Die deutschen sind einfach nur noch lächerliche Heuchler und Mitläufer.

    Das Thema George Floyd hatte meiner Meinung nach überhaupt nichts mit Rassismus zu tun. BLM ist komplett an den Haaren herbeigezogen. In den USA werden die meisten schwarzen Männer von schwarzen Männern getötet. Statistisch töten sogar seltener weisse cops schwarze Männer als Cops aus anderen Ethnien.

    Stichwort Colin Kapernik und LeBron James : Lächerliche Selbstinszenierung als Möchtegern Messias.

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