Migranten und Corona – Ein Tabuthema

Migranten und Corona – Ein Tabuthema

Der harte Lockdown kommt. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins regierender Oberbürgermeister Michael Müller am Sonntag Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Davon betroffen auch der Einzelhandel und Friseure, obwohl Jens Spahn eine erneute Schließung auf Basis der im ersten Lockdown erworbenen Daten noch im September ausgeschlossen hatte. Auch die Anzahl der Kontakte für das Weihnachtsfest wurde weiter reduziert und beträgt nun fünf Personen. Vom 16. Dezember bis zum 10. Januar gilt darüber hinaus ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen. Ein Verkaufsverbot für Silvesterböller wurde ebenfalls beschlossen. Vom harten Lockdown nicht betroffen sind wie immer die Gotteshäuser. 

Der harte Lockdown ist die Reaktion auf die hohen Corona-Zahlen, trotz der bisherigen getroffenen Maßnahmen. Denn obwohl sich das Land bereits seit Anfang November im Teil-Lockdown befindet, blieb das Infektionsgeschehen über die letzten Wochen konstant hoch. Zuletzt zeigte sich sogar wieder ein exponentielles Wachstum, wie die Bundeskanzlerin noch einmal auf der gestrigen Pressekonferenz betonte. 

Woran liegt es? An der Gastronomie wohl weniger.

Nun könnte man sich fragen, woran es genau liegt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg erzielten und ob eine Schließung von Friseuren und Glühwein-to-Go-Ständen wirklich Sinn macht, oder ob die Ursachen für die weiterhin hohen Infektionszahlen nicht woanders zu suchen sind. Alle drei Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an Corona, wiederholte Markus Söder auf der gestrigen Pressekonferenz. Dass ein Großteil davon aus Seniorenheimen stammt,  unterschlägt er dabei. Genau wie die Tatsache, dass fast überall in Westdeutschland, seit Beginn der Pandemie, vor allem Städte und Stadtteile mit hohen Migrantenanteil eine wesentliche Verantwortung für das Infektionsgeschehen tragen. Und nein, es geht nicht darum, die Schuld einseitig bei einer Bevölkerungsgruppe zu suchen, aber es muss möglich sein, jene Gruppen zu benennen, die besonders gefährdet sind oder bei denen ein hohes Infektionsgeschehen vorherrscht.

Eines dürfte klar geworden sein: An der gebeutelten Gastronomie, den Fitnessstudios und all den anderen vom Teil-Lockdown betroffenen Branchen kann es kaum gelegen haben. Dennoch werden sie weiter bestraft und auf Mitte Januar vertröstet und es kann gut sein, dass die Maßnahmen sogar bis in den März aufrecht erhalten werden. Wem bis dann nicht schon finanziell die Puste ausgegangen ist, der wird wohl spätestens nach dem Lockdown in die Knie gezwungen worden sein. In Berlin scheint man sich daran nicht weiter zu stören. 

Viel wichtiger wäre es daher, zu ergründen und offen zu legen, wo sich die Menschen dann infizieren und vor allem, wer sich überwiegend infiziert, statt andere Ergebnisse von denselben Maßnahmen zu erwarten und dabei immer noch gewisse Hotspots aufgrund von religiöser Toleranz auszublenden und nicht öffentlich zu benennen. 

Berlin verweigert Auskunft darüber, wer sich ansteckt

Der Einzige, der sich bis jetzt an diese Frage herangetraut hat, ist Gunnar Schupelius in der  B.Z. 320 Menschen wurden Ende November mit einer Corona-Infektion in Berlin auf der Intensivstation behandelt, schreibt Schupelius. „255 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie künstlich beatmet werden müssen. Die Zahlen kann man dem Lagebericht des Gesundheitsamtes entnehmen, in dem jeden Tag die aktuelle Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen bekannt gegeben wird. Informationen, wer dort liegt, gibt es jedoch nicht. Also stellte Schupelius  am 19. November eine detaillierte Anfrage an die Gesundheitssenatorin des Landes Berlin, Dilek Kalayci (SPD), bekam jedoch keine Antwort. Am 26. November erneuerte er die Anfrage, in der er nach dem durchschnittlichen Alter, dem Körpergewicht, zusätzlichen Erkrankungen, der Staatsangehörigkeit, dem Grund und dem Ort der Ansteckung sowie der Virenlast fragte, der die Patienten ausgesetzt waren. Er erhält auch dieses Mal keine Antwort. 

Aus der Tatsache, dass der Senat auf seine Anfrage nicht geantwortet habe, könne man nur schließen, dass er sie nicht beantworten kann bzw. derartige Daten der Patienten nicht erhoben werden und man somit auf die Chance verzichtet, Risikogruppen und Risikosituationen einzugrenzen und die besonders gefährdeten Menschen auch besonders zu schützen. Obendrein könnten die Lockdown-Regeln so überarbeitet oder gelockert werden, denn immerhin lande nur ein Bruchteil der Corona-Infizierten auch wirklich auf der Intensivstation. Auch diese Möglichkeit wird nicht genutzt.

Stattdessen nimmt man weiterhin in Kauf, dass ganze Branchen zusammenbrechen, Menschen depressiv werden, das einzige, was in der christlich-abendländischen Kultur überhaupt noch angemessen zelebriert, die Weihnachtszeit mit Weihnachtsmarkt und Co., komplett abgeschafft wird und selbst das Weihnachtsfest und Silvester, wie wir es kennen, zur Disposition stehen. Der Deutsche wehrt sich eben nicht. Schon gar nicht, wenn man die abstrakte Furcht vor dem Virus jeden Tag auf’s Neue befeuert, indem man nicht öffentlich macht, wer denn hauptsächlich davon betroffen ist. Nein, wir sollen denken, dass es uns alle zu jederzeit und mit derselben Intensität treffen kann. 

Wer all das in Kauf nimmt und sich stur weigert, konkrete Aussagen bezüglich der Betroffenen zu treffen, der erweckt schnell den Anschein, dass er über gewisse Aspekte im Kontext der Covid-19-Pandemie nicht sprechen möchte. Und dies ist immer dann der Fall, wenn eine Konkretisierung mit der Befürchtung einhergeht, dass diese gewisse Bevölkerungsteile diskriminieren könnte. Auch hier greift anscheinend tatsächlich die Ideologie der political correctness, die auch dann angewandt wird, wenn eine „Diskriminierung“, respektive Unterscheidung, einen positiven Effekt auf das Infektionsgeschehen hätte. Lieber tut man weiterhin so, als seien alle Bevölkerungsteile gleichermaßen für das Infektionsgeschehen verantwortlich und damit gleichermaßen gefährdet, als dass man Gefahr läuft, auf irgendwen mit dem Finger zu zeigen. Es sei denn, es handelt sich um gesellschaftliche Gruppen, die man unter politisch korrekten Gesichtspunkten für nicht besonders schützenswert erachtet, ergo, die ein bisschen Diskriminierung durchaus vertragen können. Deutsche Touristen, Partygänger oder zuletzt AfD-Wähler.

AFD-Hochburgen statt Migranten-Hotspots?

Der letztgenannte Aspekt entpuppt sich in der Debatte als besonders interessant. Nun, da die Zahlen in Ostdeutschland im Vergleich zum Frühjahr dramatisch angestiegen sind, wird das Problem der hohen Infektionszahlen plötzlich nicht mehr schlagartig auf die gesamte Bevölkerung abgewälzt, um niemanden zu diskriminieren. Auf einmal stellt es kein Problem dar, trotz dürftiger Beweise, eine gesamte gesellschaftliche Gruppe an den Pranger zu stellen. Und so ist man bei der BILD-Zeitung tatsächlich dazu übergegangen, einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden Infektionszahlen in Ostdeutschland und einem erhöhten Aufkommen von AfD-Wählern in den jeweiligen Regionen herzustellen. Und als ob das nicht schon hanebüchen genug wäre, zieht man als einziges westdeutsches Beispiel noch Gelsenkirchen heran, wo die AfD immerhin auch gut abgeschnitten hätte. Dass es dort zudem einen sehr hohen Migrantenanteil gibt, blendet man bei dieser Rechnung der Einfachheit halber aus. 

Fakt ist: Die AfD bekleckert sich in der Corona-Pandemie nicht mit Ruhm. Vermehrt entsteht der Eindruck, dass allein aus Prinzip eine Gegenhaltung zu den anderen Parteien formuliert wird – und das unabhängig vom Thema. Das wirkt bisweilen unseriös und in einer Pandemie nicht unbedingt konstruktiv. Kritik an den Maßnahmen, wie sie auch die FDP immer wieder formuliert, ist sicherlich geboten. Der Aluhut-Touch, der bei der AfD gelegentlich mitschwingt, hinterlässt indes keinen guten Eindruck. Damit bedient man allenfalls die eigene Klientel am Schwurbler-Rand, gewinnt aber sicherlich keine neuen Wähler aus der bürgerlichen Mitte hinzu.

Und dennoch: Einen direkten Zusammenhang zwischen der Anti-Corona-Haltung der AfD, ihren Wählern und den steigenden Zahlen in Ostdeutschland zu ziehen, ist gewagt und blendet wesentliche Faktoren aus, wie zum Beispiel die vielen Pendler aus dem stark Corona-belasteten Tschechien, deren Ein- und Ausreise, obwohl dort seit jeher die Corona-Zahlen explodieren und die Situation zunehmend außer Kontrolle gerät, nicht reglementiert wurde. Zudem leben in den ländlichen Gegenden im Osten viele Familien unter einem Dach und die Altersstruktur ist um einiges höher, als in den meisten anderen Regionen im Bundesgebiet. Auch die Tatsache, dass ganze 21 Prozent der Menschen, die auf sogenannten Querdenker-Demos unterwegs sind, angeben, Grün zu wählen, lässt man außen vor. Ebenso den Umstand, dass Ostdeutschland in der ersten Welle vergleichsweise gut durch die Krise kam und sich ein dadurch gewachsenes Sicherheitsempfinden eingestellt hat, dass nun dazu führen könnte, dass viele Menschen in Ostdeutschland die Lage zunächst unterschätzt haben. wie es zum Beispiel auch das IGES Institut vermutet. Es wird deutlich: Es gibt viele Gründe, weshalb die Zahlen in Ostdeutschland gestiegen sind und diese müssen freilich ergründet werden. Dennoch ändert das nichts an den konstant hohen Zahlen in einigen Regionen in Westdeutschland, deren Ursache man sich immer noch scheut, zu benennen.

Die Schlagzeile, AfD-Wähler wären für steigende Corona-Zahlen verantwortlich, verkauft sich eben besser. Zudem passt sie in den Zeitgeist und niemand läuft Gefahr, sich in die politisch korrekten Nesseln zu setzen. 

Migranten treibende Kraft bei Infektionsgeschehen

Gänzlich anders verhält es sich, wenn man sich an das Thema Corona und Menschen mit Migrationshintergrund heranwagt. Während es nämlich vollkommen okay ist, AfD-Wähler als Quelle des Unheils auszumachen, landet man hier schon bei dem Versuch, eine sachliche Debatte anzustoßen, in Teufels Küche – und das obwohl sich ein solcher Zusammenhang deutlich besser belegen lässt und erhöhte Infektionszahlen in Regionen mit hohem Migrantenanteil schon weitaus länger existieren als in Ostdeutschland, das in der ersten Welle fast gänzlich verschont blieb.

Bereits zu Beginn des Teil-Lockdowns Anfang November gab ich die Vermutung ab, dass Weihnachten auch zu einem beachtlichen Teil aufgrund derer gecancelt werden wird, die selbst überhaupt kein Weihnachten feiern. Und ich bleibe dabei. Vor allem, weil sich meine Annahme nach eingängiger Recherche in weiten Teilen zu bestätigen scheint.

Großhochzeiten. Beerdigungen mit hunderten von Angehörigen, Reiserrückkehrer aus Risikogebieten. Bei fast allen Corona-Hotspots in Westdeutschland, die über einen langen Zeitraum hohe Werte aufwiesen und immer noch aufweisen, handelt es sich um Städte und Stadtteile mit hohem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bzw. konkreter: Muslimen.

Das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) benennt Menschen mit Migrationshintergrund in seinem Pandemie-Monitor zur Corona-Pandemie eindeutig als eine treibende Kraft des Infektionsgeschehen. So wird ein konkreter Zusammenhang zwischen dichtbesiedelten Ballungsgebieten mit hohem Migrantenanteil und hohen Inzidenzen hergestellt, der sich fast überall als Ursache für steigende Infektionszahlen festmachen lässt. Hervorgehoben werden hier vor allem auch Großhochzeiten und -beerdigungen sowie vor allem die hohen Infektionszahlen, die durch Heimatreisende aus dem Kosovo, der Türkei und Kroatien ausgelöst wurden und nicht etwa zuvorderst durch den klassischen Reiserückkehrer aus Touristengebieten in Spanien und Co. 

Im benachbarten Ausland geht man mit diesem Befund noch etwas offener um und nennt sogar konkrete Zahlen zur Belegung der Betten mit Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Im Wiener Stadtteil Ottakring etwa sind 60 Prozent der Corona-Intensivpatienten Menschen mit Migrationshintergrund. Es handele sich hier vornehmlich um Menschen aus den Balkanstaaten und der Türkei. Also um jene Menschen, die auch bei uns den überwiegenden Anteil der infizierten Reiserückkehrer stellen. 

Klinikchef Gustorff sieht drei Gründe als ausschlaggebend: Reisen in die stark betroffene Heimat, in der zum Beispiel Familienfeiern nachgeholt wurden, beengte Wohnverhältnisse und die Schwierigkeit der österreichischen Regierung, explizit Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen und ihnen die Gefährlichkeit des Virus zu vermitteln. 

Und auch wenn die Debatte in Deutschland noch wesentlich mehr tabuisiert ist, als im benachbarten Ausland, finden sich auch hier vereinzelt Stimmen, die sich darum bemühen, das Thema „Corona und Migranten“ behutsam anzusprechen. So berichten etwa der Oberbürgermeister von Waiblingen und der Esslinger Landrat für ihre Region in Baden-Württemberg in der Stuttgarter Zeitung von einer „überproportionalen Betroffenheit“ von Menschen mit Migrationshintergrund. Auch hier sieht man die Gründe in einem „Informationsdefizit“. Im Kreis Gießen sieht es ähnlich aus. 

Neukölln als Dauer-Hotspot

Allein Neukölln weist Ende Oktober einen drei Mal so hohen Wert auf, wie der Rest von Berlin und fünf Mal so hohe Werte wie Deutschland gesamt. „Die erhöhte Inzidenz besteht über das ganze Jahr und betrifft alle markanten Phasen der Pandemie“, heißt es im Bericht. „Der Lockdown hatte deutlich weniger Wirkung als im restlichen Berlin.“ Selbst in den Osterferien im ersten Lockdown stieg die Inzidenz auf den doppelten Berliner Wert an. Das Institut kommt deshalb zu dem Fazit: „Wenn zielgruppenspezifische Maßnahmen ergriffen worden waren, waren sie bislang nicht wirksam.“ Dringend seien hier Nachbesserungen erforderlich, so das Institut weiter. 

Nun könnte man sagen, es handele sich um regionale Auffälligkeiten. Gespräche mit Ärzten, die ich geführt habe, bestätigen jedoch, dass dies in vielen Regionen der Fall ist. Tatsächlich belegen auch Zahlen der OECD diesen Verdacht. So gebe es eine „systematische Überrepräsentanz“ von Menschen mit Migrationshintergrund bei Covid-19-Fällen. In mehreren Ländern sei sie sogar doppelt so hoch. Als Gründe hierfür benennt die OECD Armut, beengte Wohnverhältnisse und dass Menschen mit Migrationshintergrund häufig in Jobs arbeiten würden, in denen Abstandsregeln schwer einzuhalten seien. 

Was bei dieser Aufzählung der Gründe fehlt, ist die Benennung kulturspezifischer Ursachen für die erhöhte Betroffenheit von Menschen Migrationshintergrund, womit in Deutschland überwiegend Muslime gemeint sind. Indem man den überproportionalen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund allein auf sozioökonomische Ursachen zurückzuführt, unternimmt man den Versuch, das Thema Integration und Kultur gekonnt zu umschiffen. Denn sozioökonomische Probleme suggerieren immer eine einfachere Lösbarkeit. Sie lassen sich im Gegensatz zu kulturellen Ursachen wesentlich simpler mit staatlichen Zuwendungen lösen. Kulturelle Eigenheiten sind hingegen ein heißes Eisen für die Politik, das keiner von den Politikern so recht ansprechen möchte. Dabei werden sie im Bericht des IGES deutlich benannt. 

Tatsache ist jedoch, dass die Überrepräsentation von Bürgern mit Migrationshintergrund bei Covid-19 eben, genau wie es sicherlich bei manchen Corona-Leugnern der Fall ist, auch im Unwillen begründet liegt, sich an geltende Regeln zu halten. Anders als bei den sogenannten Corona-Leugnern, existieren hier aber konkrete Zahlen, die auf eine Überrepräsentation schließen lassen, während jedweder Zusammenhang zwischen der Wahl der AfD und einer Corona-Infektion jedweder faktenbasierten Grundlage entbehrt. Oder hat die OECD hierzu auch schon Zahlen veröffentlicht? Im IGES-Monitor ist jedenfalls nichts darüber zu lesen, dass Glühweinstände und Corona-Leugner für die erhöhten Zahlen verantwortlich seien. 

Türkei unterschlug Corona-Fälle

Fakt ist: Als man die Bevölkerung anwies, es mit dem Reisen nicht zu übertreiben, fühlten sich vor allem deutsche Urlauber angesprochen und nicht etwa die Menschen, die zu Hunderttausenden auf Heimaturlaub in der Türkei und anderen Risikogebieten waren, in denen sie zugleich durch die Familienanbindung deutlich mehr Kontakt zu anderen Menschen hatten, als der Durchschnitts-Pauschaltourist. Dazu passt, dass weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit vor rund einem Monat herauskam, dass die Türkei bis zu 350.000 Corona-Fälle verschwiegen hat. Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte zuvor zugegeben, dass ab dem 27. Juli nicht mehr die Zahl der Infektionen veröffentlicht wurden, sondern nur noch die derjenigen, die tatsächlich Symptome entwickelten und behandelt werden mussten. Und noch immer reagiert die deutsche Regierung nicht. 

Dazu kamen, wie bereits erwähnt, Schlagzeilen über Großhochzeiten und Beerdigungen mit hunderten von Menschen. Was darüber hinaus in der öffentlichen Debatte, abseits spektakulärer Familienfeiern, völlig unterschlagen wird, ist die in der Regel weitaus höhere Anzahl an Sozialkontakten, die ihre Ursachen in einer Kultur hat, in der Familien nicht nur in der Regel deutlich größer sind, sondern auch einen völlig anderen Stellenwert besitzen, der dazu führt, dass viele Muslime in Sachen Kontaktbeschränkungen nicht bereit sind, irgendwelche Einschränkungen in Kauf zu nehmen.

Was jedoch über all dem steht, ist eine Regierung und eine mediale Öffentlichkeit, die sich nicht nur nicht an dieses Thema in der öffentlichen Corona-Debatte herantraut, sondern im Gegenteil auch noch seit Beginn der Pandemie unter politisch korrekten Erwägungen einseitige Zugeständnisse an die muslimische Community macht, die angesichts der Infektionslage und im Sinne der Fairness gegenüber den restlichen Bürgern nicht sein dürften. Weshalb wurde wohl bei Gotteshäusern seit Beginn der Corona-Welle eine Ausnahme gemacht? Sind Gotteshäuser systemrelevant? Kriegen die strenggläubigen Christen hierzulande, von denen es bekanntlich nicht mehr allzu viele gibt, einen Rappel, wenn sie nicht in die Kirche gehen dürfen? Oder ist es vielmehr so, dass man nicht den Unmut der islamischen Community, der sich in der Regel etwas ungestümer entlädt, auf sich ziehen will? Warum gab es lange keine drastischen Einschränkungen für Familienfeiern? Weil der Deutsche in der Regel mit 1000 Leuten in der Turnhalle Hochzeit feiert, oder doch eher die Deutschtürken? Wieso wurden Beerdigungen von Clans mit hunderten Gästen unter Polizeischutz erlaubt, während der Deutsche seine Lieben nur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Gästen unter die Erde bringen dürfte? Wenn Jens Spahn auf Instagram verkündet, dass Glühweinstände nicht zur aktuellen Situation auf den Intensivstationen passen, wie passen dann geöffnete Moscheen mit hunderten Besuchern jeden Freitag, dazu? Und wer kontrolliert jetzt jede Woche zum Freitagsgebet, ob dort der Mindestabstand eingehalten wird?

Ganz offensichtlich wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Während man dem einen Bürger noch das letzte bisschen Weihnachtsstimmung vermiest und an seine Verantwortung appelliert, klammert man die Verantwortung der vielen Muslime hier im Land, die ebenfalls kräftig am Infektionsgeschehen mitwirken, einfach aus. Oder haben Sie jemals eine solche Ansprache in Bezug auf die „Party- und Eventszene“ in vielen deutschen Großstädten vernommen?

„Niemand will ein Förderprogramm für die AfD“

„Niemand will jetzt eine Art Förderprogramm für die AfD hochziehen“, heißt es in Unionskreisen im Hinblick darauf, dass in vielen deutschen Großstädten vor allem jene Stadtteile mit hohem Migrationsanteil hohe Infektionszahlen ausweisen. Schon im Oktober lud Merkel deshalb in aller Stille Gesundheitsminister Spahn und Integrationsministerin Annette Widmann-Mauz zu einer Corona-Schalte mit Migrationsverbänden ein. 

Klar sei, dass das Thema adressiert werden müsse, hieß es da. Passiert, ist seither nichts. Stattdessen drehte man bekanntlich den Spieß um und stellte Migranten auf dem Integrationsgipfel als „Leidtragende“ der Pandemie dar, weil sie zum Beispiel keine Sprachkurse besuchen könnten. 

Es wird ersichtlich, dass es auch angesichts der Corona-Pandemie der deutschen Regierung nicht zuvorderst darum geht, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden, sondern darum, den „Rechten“ nicht in die Hände zu spielen. Ein unglaublicher Vorgang, angesichts einer Krankheit, von deren Gefährlichkeit man den Bürger von Beginn an zu überzeugen versucht. 

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13 Comments
  • Der Hesse
    Posted at 13:55h, 14 Dezember Antworten

    Die Hessen kommen

  • Nadine Kotala
    Posted at 14:13h, 14 Dezember Antworten

    Danke für diesen Artikel und ja ich sagt schon bei Facebook das Statistiken nicht stimmen oder gefälscht sind . Wobei ich mich nur auf MV beziehen kann . Anderes entzieht sich meinem Wissen . Dieses hier dazu bestätigt es nur noch . Die Frage die sich mir stellt ist das Warum ! Corona um Deutschland wirtschaftlich kaputt zumachen , Um insolvente Unternehmen für Schleuderpreise aufzukaufen ? Ich sehe Corona nicht anders als eine Grippe . Komisch ist auch das ein Impfstoff in kürzester Zeit gefunden wurde und gegen Aids seit Jahren nicht ! Viele Fragen die ich habe und Antworten der Regierung die nicht ansatzweise logisch sind ! Lg Nadine

  • Ohne Name
    Posted at 16:12h, 14 Dezember Antworten

    Hallo Anabel,

    wäre nett wenn du deine Beiträge alle auch hier veröffentlichen würdest, da viele Leute keine Facebook nutzen (wollen) und deine Seite nicht öffentlich einsehbar ist. Evtl. könnte sich daraus auch für dich ein lukratives Geschäftsmodel ergeben, vgl Reitschuster.

    Grüße

  • Onkel Klaus
    Posted at 22:23h, 14 Dezember Antworten

    Hervorragender Artikel. Wie so oft.
    Ein sprachlicher Hinweis: Vor „als“ bei Verwendung des Komparativs gehört kein Komma.

  • Kirsten Tietz
    Posted at 06:36h, 15 Dezember Antworten

    Sehr gute Analyse, Da sollte man mal die Bundesregierung darauf festnageln und um Antwort bitten. Solche Artikel müssen mehr in die Öffentlichkeit, in die Printmedien.

  • Ingo Kretschmar
    Posted at 08:24h, 15 Dezember Antworten

    Wenn man es ganz bitterböse sehen will, dann handelt unsere Regierung gegenüber den Muslimen nicht, damit deren Erkrankungsquoten und Todesraten hoch bleiben. Jedenfalls kann man wohl darauf warten, dass dies bald nur in der Heimatsprache gepredigt wird.

  • n0by
    Posted at 08:25h, 15 Dezember Antworten

    Die modellhafte Schönheit von Anabel Schunke gewinnt allein durch ihre fabelhafte Erscheinung, die sie den Lesern ihrer denkwürdigen und fundierten Beiträge immer wieder in eindrucksvollen Bildern präsentiert.

    Da die Sicht ihrer Fakten, ihre Informationen der im Mainstream veröffentlichten Massenmeinung häufig nicht passen, diffamiert sie der Mainstream mittlerweile als „rechte Influencer*In“. Zum Glück gibt es auch diese, zum Glück schreibt Anabel Schunke – nun auch im eigenen Blog!

    Bei Facebook hat Anabel eine eingeschworene Leserschar, die gern und zahlreich ihre Beiträge kommentiert. Wie Zensoren bei Facebook, YouTube und Twitter an zahlreichen Beispielen wie von Ken Jebsen, Martin Sellner, Imad Karim, Abdel-Samad zu belegen ist, ist niemand vor willkürlicher Zensur sicher, umso weniger sicher, je größer sein Einfluß wird.

    Dass Anabel Schunke auch schon daher ihre wertvollen Beiträgen in ihrem eigenen Blog dokumentiert und archiviert, ist ein weiterer wertvoller Schritt hin zu einer größeren Gegenöffenlichkeit im Widerspruch und Widerstand zum Mainstream der veröffentlichten Massenmeinung.

    Danke Anabel Schunke!

    https://n0by.blogspot.com/2020/12/katastrophen-fallen-wie-sie-fallen.html

  • R.M.
    Posted at 11:56h, 15 Dezember Antworten

    Als in den Länder rund um Deutschland die Corona Zahlen sprunghaft angestiegen sind, war von der Türkei kein Ansteigen zu vermelden. Primär die Urlaubsgebiete in der Türkei waren gemäß den Meldungen nahezu Corona frei. Ideal um unbeschwert Urlaub zu machen. An diesen Zahlen hat von unseren Regierungsverantwortlichen – entgegen dem gesunden Menschenverstand – niemand gezweifelt. Augenscheinlich ist gegenüber der Türkei unsere Regierung – insbesondere Frau Merkel sehr gutgläubig, ja nahezu schmerzunempfindlich -. Auch bei Beleidigungen ihres angeblich engsten Bündnispartners durch Herrn Erdogan hält sie sich bedeckt. Insoweit ist es nur folgerichtig, dass das Thema Heimaturlaub und die damit verbundenen Ansteckungsmöglichkeiten kein Thema in unseren Medien sein durften. Krank werden kann nur der dumme Wähler. Aber das nur am Rande. Ihren Artikel finde ich sehr gut und es tut gut, dass es in unserem Lande auch noch Stimmen gibt, die versuchen das Thema Corona von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Es gab einmal eine Zeit im Nachkriegsdeutschland, da gehörte es zum Selbstverständnis der Bürger, dass von einer Opposition und den Medien Sachverhalte hinterfragt werden. Eine andere Meinung zu haben ist in einer Demokratie legitim und nicht extremistisch. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir wieder dahin kommen. Allein, aktuell bleibt nur die Hoffnung. Entsprechende Leistungsträger sind bei allen Parteien derzeit nicht erkennbar. Armes reiches Deutschland.

  • Alex Smith
    Posted at 20:46h, 15 Dezember Antworten

    Wieder einmal ein sehr gelungener und wirklich sehr gut recherchierter Artikel welcher mit Fakten hinterlegt ist. Ich würde mich freuen mehr auf Ihrer Website lesen zu können und das Sie sich unabhängiger von diversen andern Medien machen. Wünsche noch einen schönen Abend. Gruß Alex

  • Ignor Anz
    Posted at 23:20h, 16 Dezember Antworten

    Muslime müssen sich nicht an die Vorgaben halten – sie infizieren sich oder sie infizieren sich nicht. Inshallah.

  • Kongo-Müller
    Posted at 02:30h, 17 Dezember Antworten

    Der Zusammenhang ist mir schon seit einiger Zeit klar, ohne die prekäre Zuwanderung von Pseudoflüchtlingen und dem Prekariat unter den hier schon länger lebenden Migranten hätten wir das Problem in den Griff bekommen können.

  • Jerko Usmiani
    Posted at 08:07h, 17 Dezember Antworten

    Pardon, aber das mit den Rückreise den aus Kroatien ist purer Unfug. Zum Einen sind die in Deutschland wohnhaften Kroaten im Schnitt deutlich wohlhabender als die Michel. Zumm Anderen wohnen Kroaten in Kroatien nicht beengt. Was aber richtig ist, ist die Tatsache, dass sich massenhaft deutsches Gelumpe z. B. am Ballermann von Zrce in Novalja gegenseitig infiziert hat. Viele Grüße aus Kroatien von einem Mann bei dem in Deutschland zig Michel zur Miete wohnen.

  • fox
    Posted at 11:26h, 17 Dezember Antworten

    Zum „Kultur“-Thema gehoert auch, dass die duemmeren, religiösen Muslime sich als ueberlegene ‚Herrenrasse‘ extra NICHT an Auflagen der Kartoffeln halten und Zeichen setzen wollen. Allah wirds schon richten. Im Falle eines Falles vertrauen Sie dann aber aber auf diehochwertige Behandlung der Koeter-Deutschen. In ihrer Heimat undenkbar. Perfide geht es nicht.

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